Lehrveranstaltungskommentar


Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Wintersemester 2004/05
Dr. Oliver Zöllner

Public Diplomacy: Akteure - Themen - Theorien

Themenmodul: Systeme und Strukturen
Termine: freitags, 11-14 Uhr s.t.
Gebäude: 23.02, Raum: 02.22

Public Diplomacy - bis zu einem gewissen Grad als "öffentliche Diplomatie" oder "kulturelle Öffentlichkeitsarbeit" übersetzbar - ist seit rund 30 Jahren ein gebräuchliches, wenn auch oft kritisiertes Instrument der zwischenstaatlichen Beziehungspflege und Imagewerbung. Ein häufig eingesetztes Mittel ist der Rundfunk, z. B. Sender wie die "Voice of America". Auf der Schnittstelle von Außen- und Kulturpolitik ist Public Diplomacy kommunikationswissenschaftlich mehreren disziplinären Feldern zuzuordnen: internationaler, interkultureller, politischer und persuasiver Kommunikation, Public Relations, Marketing - und auch Propaganda, wie Kritiker sagen. Bereits im Kalten Krieg wurde Public Diplomacy eingesetzt; jüngere Beispiele sind Iran und Irak. Abzugrenzen ist Public Diplomacy von der "Media Diplomacy", die von politischen Akteuren teilweise parallel betrieben wird - Stichwort "CNN-Effekt".
Dieser Kurs wird untersuchen, welche Akteure Public Diplomacy verantworten und betreiben, mit welchen Mitteln und Medien, welchen Konzepten und für welche Zielgruppen in welchen Zielgebieten mit welchen Funktionen.

Literatur zur Einführung und Vertiefung:

Gilboa, Eytan (2000): Mass communication and diplomacy: a theoretical framework. In: Communication Theory, Vol. 10, No. 3, S. 275-309.
Gilboa, Eytan (2002): Global communication and foreign policy. In: Journal of Communication, Vol. 52, No. 4, S. 731-748.
Gilboa, Eytan (2005): The CNN effect: the search for a communication theory of international relations. In: Political Communication, Vol. 22, No. 1, S. 27-44.
Kamalipour, Yahya R. / Snow, Nancy (eds.) (2004): War, media and propaganda. A global perspective. Lanham u.a.
Klöckner, Thomas (1993): Public Diplomacy. Auswärtige Informations- und Kulturpolitik der USA. Strukturanalyse der Organisation und Strategien der USIA und des USIS in Deutschland. Baden-Baden.
Kunczik, Michael (1989): Public Relations für Staaten. Die Imagepflege von Nationen als Aspekt der internationalen Kommunikation: Zum Forschungsstand. In: Max Kaase/Winfried Schulz (Hrsg.): Massenkommunikation. Theorien, Methoden, Befunde. Opladen: Westdeutscher Verlag (= Sonderheft 30 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie), S. 165-184.
Kunczik, Michael (1990): Die manipulierte Meinung. Nationale Image-Politik und internationale Public Relations. Köln.
Livingston, Steven (1997): Clarifying the CNN effect: an examination of media effects according to type of military intervention. Cambridge, MA (= Harvard University, John F. Kennedy School of Government, The Joan Shorenstein Center, Research Paper R-18).
Ohmstedt, Holger (1993): Von der Propaganda zur Public Diplomacy. Die Selbstdarstellung der Vereinigten Staaten von Amerika im Ausland vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Krieges. Diss., Univ. München.
Peisert, Hansgert (1978): Die auswärtige Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Sozialwissenschaftliche Analysen und Planungsmodelle. Stuttgart.
Signitzer, Benno (1993): Anmerkungen zur Begriffs- und Funktionswelt von Public Diplomacy. In: Wolfgang Armbrecht/Horst Avenarius/Ulf Zabel (Hrsg.): Image und PR. Kann Image Gegenstand einer Public Relations-Wissenschaft sein? Opladen, S. 199-211.
Signitzer, Benno H. / Coombs, Timothy (1992): Public relations and public diplomacy: conceptual convergences. In: Public Relations Review, Vol. 18, No. 2, S. 137-147.
Snow, Nancy (2004): Brainscrubbing: the failures of US public diplomacy after 9/11. In: David Miller (ed.): Tell me lies. Propaganda and media distortion in the attack on Iraq. London, Sterling 2004, S. 52-62.


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